Stufe 2
Ausbildung KI-Beauftragte:r: zwei Tage, an deren Ende Ihr Betrieb auskunftsfähig ist
Eine Person in Ihrem Haus wird die verantwortliche Person für KI. Gearbeitet wird an Ihrem Betrieb, nicht an einem Fallbeispiel. Am zweiten Abend liegen das Inventar Ihrer Systeme, der Entwurf Ihrer Richtlinie und eine Muster-Betriebsvereinbarung im Koffer.
- Dauer
- Zwei Tage
- Format
- Präsenz, höchstens zwölf Personen
- Abschluss
- 25 Fragen und eine Fallbearbeitung
- Voraussetzung
- Stufe 0 abgeschlossen
Die Voraussetzung ist keine Formalie: Ohne die Grundlagen aus der Basis geht der halbe erste Vormittag für Dinge drauf, die online in neunzig Minuten sitzen. Zur Basis
Woran Sie eine gute Ausbildung erkennen
Es gibt in Österreich mehrere Ausbildungen mit diesem Titel, teils institutionell verankert und nach Norm zertifiziert. Wir behaupten nicht, dass die schlecht sind. Wir sagen, worauf Sie achten sollten, wenn Sie vergleichen.
Die Frage, die den Unterschied macht:
Was halten Sie am letzten Abend in der Hand?
Auf einer Ausbildung lernt man den Rechtsrahmen, die Risikoklassen und die Rolle. Das ist notwendig und es ist überall ungefähr gleich. Der Unterschied entsteht danach: Wer schreibt Ihre Richtlinie? Wer geht Ihre Systeme durch? Wer setzt die Betriebsvereinbarung auf, wenn der Betriebsrat fragt?
Bei uns passiert das im Kurs, mit Ihren Daten, unter Anleitung. Das ist der Grund, warum wir die Gruppe bei zwölf Personen deckeln und warum wir Ihre Systemliste vorab brauchen. Vier Dinge, die anderswo als Hausaufgabe mitgegeben werden, sind hier Teil der zwei Tage:
Das KI-Inventar Ihres Betriebs
Eine Liste aller Systeme, die bei Ihnen laufen, samt Rolle, Risikoklasse, Datenarten und verantwortlicher Person. Einschließlich der Systeme, von denen bisher niemand wusste.
Tag 1, Nachmittag
Ihre betriebliche KI-Richtlinie
Der Entwurf, geführt geschrieben, mit Vorlage. Kein Musterdokument zum Ausfüllen, sondern Ihre Regeln, formuliert an Ihren Werkzeugen.
Tag 2, Vormittag
Die Muster-Betriebsvereinbarung
Nach § 96 Abs. 1 Z 3 ArbVG, dazu der Weg über § 10 AVRAG für Betriebe ohne Betriebsrat. Mit dem, was der Betriebsrat üblicherweise fragt, und mit Antworten darauf.
Tag 2, Vormittag
Der rollenbasierte Schulungsplan
Wer im Betrieb welche Schulung braucht, in welchem Abstand, und wie neue Mitarbeitende hineinkommen. Das ist der Teil, den eine Prüfung tatsächlich sehen will.
Tag 2, Nachmittag

Zwei Tage, vier Halbtage
Der erste Vormittag ist der einzige Theorieblock. Danach wird gearbeitet.

Tag 1Vormittag
Der Rahmen
- Die KI-Verordnung vollständig: Rollen, Risikoklassen und Fristen, auf dem Stand nach dem Digital Omnibus
- Anbieter oder Betreiber? Die Abgrenzung, an der die meisten Pflichten hängen
- Was in der Beratungslandschaft falsch kursiert, und woran man es erkennt
- Angrenzendes Recht: DSGVO, NISG 2026, Urheberrecht, ArbVG
- Die Rolle der beauftragten Person: Aufgaben, Befugnisse und ausdrücklich auch die Grenzen
Tag 1Nachmittag
Das Inventar
Arbeitsteil am eigenen Betrieb
- Welche KI-Systeme laufen bei uns überhaupt, auch die, von denen niemand weiß
- Systematisch suchen: Softwarebestand, Abteilungsbefragung, Rechnungen, Browser-Erweiterungen
- Jedes System einordnen: Rolle, Risikoklasse, Datenarten, verantwortliche Person
ErgebnisDas ausgefüllte KI-Inventar Ihres Betriebs
Tag 2Vormittag
Die Regeln
Arbeitsteil mit Vorlagen
- Die betriebliche KI-Richtlinie schreiben, geführt und mit Vorlage
- Freigabeprozess für neue Werkzeuge
- Betriebsvereinbarung nach § 96 ArbVG: wann sie nötig ist, wie man sie aufsetzt, wie man mit dem Betriebsrat verhandelt
- Mitarbeiterkommunikation: KI einführen, ohne Angst zu erzeugen
- Lieferanten und Werkzeuge prüfen: Vertragsklauseln, Auftragsverarbeitung, Datenstandort
ErgebnisRichtlinienentwurf und Muster-Betriebsvereinbarung
Tag 2Nachmittag
Der Nachweis
- Dokumentation, die einer Prüfung standhält: was, wie lange, in welcher Form
- Den rollenbasierten Schulungsplan für den eigenen Betrieb aufsetzen
- Wiederholungsintervalle und das Onboarding neuer Mitarbeitender
- Vorfälle: was zu tun ist, wenn etwas schiefgeht
- ISO/IEC 42001 als Rahmen für die Umsetzung, mit einer klaren Einschränkung
ErgebnisSchulungsplan, Prüfung, KI-Siegel und Zertifikat
Prüfung und Siegel
Am Ende des zweiten Tages stehen 25 Fragen und eine Fallbearbeitung. Die Fallbearbeitung ist der wichtigere Teil: Wer die Systeme des eigenen Betriebs einordnen kann, hat verstanden, worum es geht. Wer nur die Fristen auswendig kann, nicht.
Wer besteht, bekommt das Zertifikat und für den Betrieb das KI-Siegel. Das Siegel ist die Klammer um alles, was in den zwei Tagen entstanden ist, und es wird nachgeführt, wenn sich die Rechtslage ändert.
Was im KI-Siegel steckt
Wen Sie schicken sollten
Die Rolle braucht drei Dinge: Zugang zur Geschäftsführung, Überblick über die Systeme im Haus und die Autorität, ein Werkzeug auch einmal abzulehnen. Fachlich ist wenig Vorwissen nötig, organisatorisch schon.
Erfahrungsgemäß passend
- Qualitätsmanagement oder Organisation
- IT-Leitung in kleineren Betrieben
- Assistenz der Geschäftsführung mit Prokura oder klarem Mandat
- Datenschutzbeauftragte, sofern die Rolle nicht rein extern besetzt ist
Erfahrungsgemäß schwierig
- Wer die Systemlandschaft nicht einsehen darf
- Wer keine Entscheidung treffen kann, ohne dreimal rückzufragen
- Externe Dienstleister ohne Zugang zum Betriebsalltag
Eine Person je Betrieb reicht in den allermeisten Fällen. Ab etwa 250 Beschäftigten oder bei mehreren Standorten mit eigener IT ist eine zweite Person sinnvoll, sonst hängt alles an einem Urlaub.
Was die Person danach tut
Die zwei Tage erzeugen den Bestand. Danach ist die Rolle eine kleine, aber regelmäßige Aufgabe. Wir schätzen den laufenden Aufwand in einem Betrieb mittlerer Größe auf wenige Stunden im Monat, mit Ausschlägen bei jeder Rechtsänderung.
Laufend
Freigaben
Jemand möchte ein neues Werkzeug einsetzen. Die beauftragte Person prüft es entlang der Kriterien aus der Ausbildung: Datenstandort, Auftragsverarbeitung, Training auf Eingaben, Rolle im Sinne der Verordnung. Ergebnis ist ein Ja, ein Nein oder ein Ja mit Auflage, und ein Eintrag im Inventar.
Vierteljährlich
Bestand nachziehen
Das Inventar altert schneller, als man denkt: Software bekommt KI-Funktionen, ohne dass jemand sie bestellt hat. Einmal im Quartal wird der Bestand durchgesehen, und die Schulungsnachweise werden auf Vollständigkeit geprüft.
Bei Eintritten
Neue Mitarbeitende
Wer neu anfängt, bekommt die Grundschulung und, je nach Funktion, das Rollenmodul. Der Schulungsplan aus Tag 2 sagt, welches. Das ist der Teil, der ohne benannte Person zuverlässig liegen bleibt.
Bei Änderungen
Rechtslage
Ändert sich etwas, kommt von uns das aktualisierte Modul und ein Nachtrag für die Mappe. Die beauftragte Person entscheidet, wer davon betroffen ist, und dokumentiert die Änderung. Zwischen Februar 2025 und Juli 2026 war das dreimal der Fall.
Wir empfehlen, die Aufgabe schriftlich zuzuweisen und ihr eine Zeit im Kalender zu geben. Eine Rolle ohne Zeitbudget ist eine Rolle ohne Ausübung, und das fällt erst auf, wenn jemand fragt.
Klartext dazu
Das Zertifikat ist unser Zertifikat.
Es ist keine behördliche Anerkennung und begründet keine Konformitätsvermutung. Für KI-Schulungen gibt es in Österreich keine behördliche Anerkennung, von niemandem. Wer sie verspricht, verkauft etwas, das es nicht gibt.
Quelle: RTR, KI-Servicestelle, abgerufen am 4. August 2026ISO/IEC 42001 macht Sie nicht konform.
Die Norm ist ein sinnvoller Rahmen für die Umsetzung, und wir behandeln sie deshalb im Kurs. Sie ist aber keine harmonisierte Norm im Sinne der KI-Verordnung und begründet damit auch keine Konformitätsvermutung. Wer das anders verkauft, verkauft falsch.
Quelle: EUR-Lex, Verordnung (EU) 2024/1689, Artikel 40Eine beauftragte Person ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.
Die KI-Verordnung verlangt keine benannte Rolle, wie es die DSGVO beim Datenschutzbeauftragten in bestimmten Fällen tut. Wir empfehlen sie trotzdem, weil bei einer Nachfrage jemand sprechen können muss und weil sich sonst niemand zuständig fühlt. Aber wir behaupten nicht, dass Sie sie brauchen, weil ein Gesetz es sagt.
Quelle: EUR-Lex, Verordnung (EU) 2024/1689
Der nächste Schritt
Die Termine laufen in kleinen Gruppen, deshalb stimmen wir sie ab, statt sie zu veröffentlichen. Schreiben Sie uns, wie viele Personen Sie schicken und ob die Basis bereits absolviert ist. Wenn nicht, planen wir sie davor ein.
Oder direkt anrufen: +43 662 434300